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Prof. Dr. Walter A. Berendsohn  
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Geboren 10. September 1884
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 30. Januar 1984
Todesort Stockholm 
Kurzbiographie Walter Arthur Berendsohn wurde am 10.9.1848 in Hamburg geboren. Nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung studierte er in Köln, Berlin, München und Freiburg. 1912 promovierte er mit einer Arbeit über die Aphorismen Lichtenbergs. Im Ersten Weltkrieg war Berendsohn Soldat an der Westfront. Ab 1919 war er Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg und lehrte skandinavische und deutsche Literaturgeschichte. Er wurde 1926 zum außerplanmäßigen Professor berufen. Berendsohn engagierte sich für die Liga der Menschenrechte und war Mitglied der SPD. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Berendsohn, der einen jüdischen Hintergrund hatte, die Lehrerlaubnis entzogen. Er floh noch im selben Jahr mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern nach Dänemark und arbeitete dort 10 Jahre als Publizist. Als Hitler im Herbst 1943 die Deportierung der in Dänemark lebenden Juden anordnete, musste Berendsohn erneut fliehen; ein dänischer Fischer brachte ihn über Nacht in seinem Ruderboot nach Schweden. Dort erneut exiliert betätige sich Berendsohn weiter publizistisch und verfasste ein Werk zur deutschen Exilliteratur, dessen zweiter Teil erst nach dem Krieg publiziert wurde. Im Exil korrespondierte er mit zahlreichen exilierten Schriftstellern und war Initiator eines Emigrantenzentrums in Kopenhagen. Gegen Kriegsende war Berendsohn im Strindberg-Archiv in Stockholm tätig und nahm Kontakt zur Universität Hamburg auf. Bereits 1948 reiste Berendsohn wieder nach Hamburg und hielt an der Universität einen Vortrag. Berendsohn versuchte einzuklagen, als außerplanmäßiger Professor rehabilitiert zu werden, die Klage wurde jedoch abgewiesen, weil man Berendsohn zu Unrecht unzureichende wissenschaftliche Leistungen attestierte. Erst 1983 wurde dem inzwischen 98jährigen Wissenschaftler die Ehrendoktorwürde der Universität Hamburg verliehen; der damalige Präsident Peter Fischer-Appelt, gestand in seiner Laudatio auf Berendsohn ein: „Ihnen ist auch von seiten von Universitätsmitgliedern viel Leid und Unrecht zugefügt worden.“ 1969 organsierte Berendsohn das erste Symposium für Exilliteratur. Durch den Kontakt zu ihm inspiriert gründete der Literaturwissenschaftler Hans Wolffheim 1970/71 die „Hamburger Arbeitsstelle für Exilliteratur“ an der Universit, die seit 2001 den Namen „Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur“ trägt. Walter A. Berendsohn starb am 30.01.1984 in Stockholm.  
Lokale Referenzen www.chemie.uni-hamburg.de/gnd/118509284 
Kategorien Wissenschaft
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